Diabetes

Innovative Insulintherapie – damit Sie mehr vom Leben haben

Wurde bei Ihnen die Diagnose, `Diabetes` gestellt und hat man Ihnen Insulin verschrieben?
Sind Sie manchmal verunsichert, wie man mit Diabetes in der einen oder anderen Situation am besten umgeht?
Oder haben Sie die Befürchtung, man müsste das ganze Leben umstellen, dem Genuss entsagen und ein Dasein in Zurückgezogenheit fristen?
Keine Sorge, dem ist ganz bestimmt nicht so! Diabetiker stehen heute mitten im Leben und haben ihr Wohlbefinden selbst in der Hand. Ob Sie in Typ-1-Diabetiker oder ein Typ-2-Diabetiker sind – mit der richtigen „Einstellung“ durch den behandelnden Arzt und Ihr Diabetes-Team können Sie Ihre Stoffwechselerkrankung mit ein wenig Selbstbeherrschung gut in den Griff bekommen. Denn heute muss sich Ihr Leben nicht mehr nach der Therapie richten; vielmehr kann die Behandlung des Diabetes weitgehend an Ihre persönliche Lebensführung angepasst werden. Sie werden ein genauso ausgefülltes und „normales“ Leben führen, Sport treiben und auf Reisen gehen wie jeder andere auch. Diese Informationen soll und kann jedoch nicht das Gespräch mit Ihrem Arzt oder Diabetes-Team ersetzen. Sie soll für Sie ein informativer Wegweiser für eine neue Lebensqualität sein, Sie mit wertvollen Hinweisen unterstützen und Ihnen praktikable Perspektiven bieten. Auch für Ihre Angehörigen ist die Lektüre sicher interessant. Denn unser Anliegen ist es, dass Sie mit einer modernen Insulintherapie immer flexibel sind, lieb gewordene Gewohnheiten beibehalten und sich an vielen geselligen Momenten erfreuen. Schließlich ist Freude das beste Rezept für Lebensqualität.

Der Zuckerstoffwechsel im Körper

Diabetes mellitus – die sogenannte „Zuckerkrankheit“ – ist eine Stoffwechselstörung, bei der die Bauchspeicheldrüse gar kein oder zu wenig Insulin produziert. Insulin wird von den Körperzellen jedoch dringend gebraucht, um Glukose aufnehmen zu können, aus der dann Energie gewonnen wird. Wenn der normale Austausch nicht mehr funktioniert, verbleibt die Glukose im Blut und erzeugt ständig erhöhte Blutzuckerwerte. Die Sicherstellung einer ausreichenden Insulinversorgung ist daher sehr wichtig. Wird Diabetes rechtzeitig erkannt und behandelt, können in der Folge Schädigungen der kleinen Blutgefäße sowie der Nerven besser vermieden werden. Ziel einer erfolgreichen Behandlung ist es daher stets, Blutzuckerwerte zu erreichen, die den normalen Werten weitestgehend entsprechen. Normale Blutzuckerwerte liegen vorn den Mahlzeiten bei 90-120 mg/dl (5-6 mmol/l) und 2 Stunden nach den Mahlzeiten nicht über 160 mg/dl (8,8 mmol/l).

Die zwei Diabetes-Typen

Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2
Diabetes mellitus wird in zwei Hauptformen unterscheiden. So spricht man von Typ-1-Diabetes und Typ-2-Diabetes.
Typ-1-Diabetes: Er wird auch „jugendlicher Diabetes“ genannt, da die Erkrankung meist vor dem 40. Lebensjahr beginnt. bei dieser Diabetes-Form kommt es nach kurzer Zeit zum völligen Erliegen der körpereigenen Insulinproduktion. die Ursache wird auf eine Autoimmunerkrankung zurückgeführt. Das fehlende Insulin muss auf jeden Fall ersetzt werden.
Typ-2-Diabetes: Hier ist vom „Altersdiabetes“ die Rede. bei den meist übergewichtigen Betroffenen besteht ein relativer Insulinmangel. Es wird zwar noch Insulin produziert, aber die Menge reicht nicht aus. Gewichtsabnahme und körperliche Bewegung sind essenziell. Ein Insulinersatz kann notwendig sein.
Für jeden das Richtige
Die Erfahrung zeigt, dass der wichtigste Faktor bei der erfolgreichen Behandlung der Mensch ist. Nur wenn Sie aktiv mitmachen, kann die Behandlung die Möglichkeiten ausschöpfen, die eine moderne Diabetes-Therapie heutzutage bietet. Die heutigen Therapiemöglichkeiten können wie maßgeschneidert Ihren individuellen Bedürfnissen angepasst werden. die bieten ein Maximum an Flexibilität, um so leben zu können, wie Sie es möchten. Auf dieser Seite können sie einige Informationen und Hinweise darüber finden, was heute möglich ist. Um auf Ihre individuellen Bedürfnisse einzugehen, stehen Ihnen Ihr Arzt und Ihr Diabetes-Team als kompetente Ansprechpartner zur Seite. Umfassend informiert werden Sie zudem noch in der strukturierten Schulung. Fragen sie hierzu Ihren Arzt. Er nennt Ihnen die für Sie relevanten Institutionen und Organisationen. auch in Selbsthilfegruppen, deren Adressen Sie über den DDB (Deutscher Diabetiker-Bund) erhalten, können Sie vom wissen anderer Diabetiker profitieren. In diesem Sinne: Gut geschult ist halb gewonnen!
Gut geschult ist halb gewonnen
„Woher bekomm ich die notwendigen Informationen, um mit dem Diabetes im Alltag umgehen zu können?“, werden Sie sich vielleicht manchmal fragen. wir empfehlen Ihnen die Teilnahme an einer „strukturierten Schulung“, die Ihnen einen intensivern Kontakt mit dem Behandlungsteam ermöglicht. Um gezielter auf Ihre Bedürfnisse eingehen zu können, werden diese Schulungen häufig nach Typ 1 und Typ 2 oder nach der Art der Therapie unterschieden. Hier können sie sich mit anderen Betroffenen austauschen, Erfahrungen weitergeben, Neues kennen lernen, Unsicherheiten und Ängste offen aussprechen – und nicht zuletzt auch Freundschaften schließen. Themen de Schulungen sind allgemeine und besondere Fragen zu Diabetes-Stoffwechsel-Selbstkontrolle, Unter- und Überzuckerung, Spritztechnik, Insulindosisanpassung, Ernährung, Bewegung und Begleiterscheinungen, wie z. B. Bluthochdruck. sie lernen, Signale Ihres Körpers zu deute und richtig darauf zu reagieren, was wiederum Sicherheit im Alltag gibt. Außerdem erhalten Sie Informationen über unterschiedliche Therapiemöglichkeiten, um dann daraus die für Sie geeignete auszuwählen. Jeder wird durch Übung selbst zum Meister in Sachen Ernährung und erwirbt die Fähigkeit, Kohlenhydratmengen richtig einzuschätzen. Obendrein erhalten Sie noch eine Menge Tipps für Konkretes wie Sport, Urlaub, Zeitverschiebung, Autofahren, Arbeitsrecht und Selbsthilfegruppen. Letztendlich gewinnen Sie durch die Teilnahme an einer „strukturierten Schulung“ an Lebensqualität. Dies konnte auch in Studien nachgewiesen werden. Denn wer gut Bescheid weiß und im Bilde ist, kann mit dem Diabetes besser umgehen.
Alles auf einen Blick

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Wer Erfolg haben will, muss wissen, was er erreichen möchte. dies gilt auch für den Umgang mit dem Diabetes. Legen sie gemeinsam mit Ihrem Arzt die Ziele fest, die Sie mit Ihrer Behandlung erreichen möchten. eine sinnvolle Unterstützung hierbei ist der Gesundheits-Pass Diabetes.
In diesem persönlichen „Ausweis“ werden alle für Ihre Behandlung wichtigen Informationen übersichtlich dokumentiert. In die erste Spalte werden die Behandlungsziele für das Quartal oder das gesamte Jahr eingetragen. die übrigen Spalten, eine für jedes Quartal des Kalenderjahres, bieten ausreichend Platz für die Ergebnisse der durchzuführenden Untersuchengen. So haben Sie immer den Überblick, wann welche Vorsorguntersuchung ansteht.
Darüber hinaus ermöglicht es die übersichtliche Gestaltung des Gesundheits-Passes, auf einen Blick die Ergebnisse mit den gesetzten Zielen zu vergleichen. Dies erleichtert Ihnen die Orientierung und unterstützt die Kommunikation mit Ihrem Arzt.
Jeder Diabetiker sollte den Gesundheits-Pass Diabetes besitzen und einsetzen. Er ist beim Deutschem Diabeter-Bund, in Apotheken, Arztpraxen und während der Schulungsmaßnahmen gegen eine Schutzgebühr von DM 5,- (€ 2,54) erhältlich.

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Auf hohe Blutzuckerwerte reagieren – Wie Sie am besten damit umgehen

Ein hoher Blutzucker – die sog. Hyperglykämie – liegt dann vor, wenn vor dem Essen Werte >120 mg/dl (>6,6 mmol/l) oder zwei Stunden nach dem Essen Werte >160 mg/dl (>8,8 mmol/l) ereicht werden. Dafür kann es verschiedene Ursuchen geben:
• Zu wenig Insulin. Das kommt z. B. vor, wenn man das Insulin vergisst, in Hautverhärtungen spritzt oder der Pen zur Verabreichung des Insulins defekt ist.
• Zu viele Kohlenhydrate. Das kann passieren, wenn man die im Essen enthaltene Kohlenhydratmenge falsch einschätzt.
• Zu wenig Bewegung. Tritt auf, wenn die üblichen Aktivitäten entfallen oder eingeschränkt sind, z. B. durch Krankheit.
• Fieberhafte Infekte, Erkrankungen, Entzündungen. Hier wirkt das vorhandene Insulin schlechter und der Insulinbedarf steigt.
Eine Hyperglykämie kann sich durch folgende Anzeichen bemerkbar machen:
• Harndrang
• Durst
• Müdigkeit, Antriebsarmut
• Juckreiz
• Sehstörungen
• Schlecht heilende Wunden
• Infektionen der Geschlechtsorgane
• Harnwegsinfekte
• Gewichtsverlust
Bitte besprechen Sie den Umgang mit hohen Blutzuckerwerten mit Ihrem Arzt.
Generell gelten folgende Empfehlungen: Wer richtig auf eine Hyperglykämie reagieren will, sollte viel trinken, regelmäßig seinen Blutzucker messen, sich bewegen und gegebenenfalls nach Absprache mit dem Behandlungsteam die Insulinmenge erhöhen. Aufpassen heißt es bei Werten über 250-300 mg/dl (13,8-16,5 mmol/l), um Gefahr abzuwenden. In dieser Situation möglichst rasch den Ketonwert messen. Wenn Sie eine Therapie mit kurz wirksamen Insulinen durchführen, sollten Sie Korrekturinsulin spritzen. Wenn Sie sich morgens und abends ein trübes Insulin (Mischinsulin) spritzen, sollten die Zwischenmahlzeiten weggelassen werden. Professionelle Behandlung ist unerlässlich: Denn sehr hoch ansteigende Blutzuckerwerte können zum diabetischen Koma führen. Ein diabetisches Koma entwickelt sich langsam über Stunden oder Tage und kann durch die adäquate Therapie immer vermieden werden. Insbesondere Typ-1-Diabetiker sind betroffen – denn es kann sich eine Ketoazidose (Übersäuerung des Blutes) entwickeln. Dies erkannt man folgenden Symptomen:
• Übelkeit
• Bauchschmerzen
• Schläfrigkeit
• Vertiefte, angestrengte Atmung
• Azetongeruch (Apfelgeruch) in der Atemluft
• Süßlicher Geschmack im Mund
• Erbrechen
Achtung, wenn diese Symptome vorhanden sind, kann Lebensgefahr bestehen!
Eine Ketoazidose entwickelt sich aus einem völligen Insulinmangel. Fehlt dem Körper Insulin, um Glukose in die Zellen zu schleusen, entstehen folgende Reaktionen:
• Die Energiereserven des Körpers werden angegriffen.
• Zur Energieversorgung der Zellen wird Fett abgebaut.
• Als Abbauprodukt der übermäßigen Fetterbrennung fallen Ketonkörper an.
• Diese Abfallprodukte des Fettabbaus überschwemmen den Körper.
• Es kommt zur Übersäuerung des Blutes damit zum diabetischen Koma.
Alle Typ-1-Diabetiker müssen daher bei Blutzuckerwerten über 250 mg/dl (13,8 mmol/l) und/oder den oben genannten Beschwerden an eine eventuell beginnende Ketoazidose denken und rasch reagieren. Die erste Maßnahme bei Blutzuckerwerten über 250 mg/dl (13,8 mmol/l) ist deshalb: Keton im Urin messen! Wenn der Ketontest positiv (++ bis +++) ausfällt:
• Blutzucker-Korrektur mit kurz wirksamen Insulin. In der Regel sind das 20 % der Gesamttagesdosis an Insulin.
• Viel trinken.
• Keine körperlichen Belastungen.
• Alle 2 Stunden Blutzucker und Keton testen.
• Nicht einschlafen.
• Diabetes-Team unverzüglich verständigen.
Keton darf innerhalb von 6 Stunden nicht mehr nachweisbar sein. Nach dieser Frist muss die Stoffwechselentgleisung im Krankenhaus behandelt werden. Dort wird der Diabetiker mit Insulin, Flüssigkeit und Mineralstoffen versorgt. Bei Erbrechen ist sofort eine Klinik aufzusuchen. Ketonkörper können auch bei niedrigen Blutzuckerwerten vorkommen, wenn man sehr wenig isst. Diese Ketonkörper stellen jedoch keine Gefahr dar.
Mit niedrigen Blutzuckerwerten umgehen Am besten gleich reagieren
„Und was ist, wenn es einmal in die andere Richtung geht?“, werden Sie sich vielleicht fragen. Die Hypoglykämie oder Unterzuckerung kann alle Diabetiker treffen die Insulin zu sich nehmen. Werte unter 50 mg/dl (2,8 mmol/l) gelten als Unterzuckerung. Eine leichte Unterzuckerung wird in erster Linie als unangenehm empfunden. Folgende Ursachen können zu grundeliegen:
• Entweder wurde das falsche Insulin gespritzt, es wurde zur falschen zeit genommen oder es wurde zu viel gespritzt.
• Zu wenig Kohlenhydrate. Oft wurde zu spät oder gar nicht gegessen.
• Ungewohnt viel Bewegung. Dabei verbraucht der Körper mehr Energie (Glukose) und zusätzlich wird die Zelle sensibler für Insulin.
• Alkoholkonsum. die Zufuhr von Alkohol hemmt die Zuckerfreisetzung aus der Leber.
Diese möglichen Anzeichen unterscheidet man in solche, die man selbst feststellt und diejenigen, die anderen auffallen.
Was ich selbst merke:
• Heißhunger
• Herzklopfen
• Unruhe
• Sehstörungen
• Kribbeln um den Mund
• Angst
• Zittern
Was die anderen merken:
• Blässe
• Schweißausbruch
• Gereiztheit
• Gangunsicherheit
• Aggressivität
• Sprachstörungen
2 Brot-Einheiten (= 20-24 g) schnell wirkende Kohlenhydrate müssen gleich konsumiert werden. Das können sein: 4-6 Täfelchen Traubenzucker, ein Glas gesüßter Fruchtsaft oder ein Glas normale Cola. Wird die Unterzuckerung durch die Blutzuckermessung bestätigt, nochmals eine langsam wirkende BE essen, Das kann eine Scheibe Brot mit Belag oder ein Riegel Schokolade sein. Jegliche Aktivitäten müssen unterbrochen werden. Sie sollten erst wieder aufgenommen werden, wenn alle Anzeichen der Unterzuckerung vorüber sind und der Blutzucker nochmals kontrolliert wurde. Leichte Unterzuckerungen sind unbedenklich. Werden die ersten Anzeichen jedoch nicht beachtet oder bemerkt, entsteht ein Zuckermangel im Gehirn, der zur Bewusstlosigkeit führen kann. Der Betroffene kann nicht mehr richtig reagieren, sondern ist auf fremde Hilfe angewiesen. Alleinlebende sollten das berücksichtigen. Familienangehörige, Freunde und Arbeitskollegen sollten wissen, was im Falle einer Unterzuckerung zu tun ist. Wenn der Betroffene noch bei Bewusstsein ist, sollt er energisch aufgefordert werden, zu essen oder zu trinken. Bei Bewusstlosigkeit sollte sofort der Notarzt gerufen werden. Wird ein Diabetiker bewusstlos, darf ihm keinesfalls etwas in den Mund gesteckt oder eingeflößt werden. Ein ohnmächtiger Mensch kann nicht schlucken – es besteht akute Erstickungsgefahr! Gut informierte und geschulte Angehörige können dem Diabetiker Glukagon spritzen. Glukagon ist ein Hormon, das ebenfalls in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Es setzt die Zuckerreserven aus Leber und Muskeln frei. Unterzuckerungen und Bewusstlosigkeit können gefährlich sein und sollten möglichst verhindert werden. Wenn der Diabetiker sein Bewusstsein wiedererlangt, muss er auf der Stelle 2-3BEs schnell wirkende sowie 2-3BEs langsam wirkende Kohlenhydrate zu sich nehmen. Eine empfehlenswerte Vorsichtsmaßnahme ist es, einen Notfallausweis bei sich zu tragen, damit Außenstehende Bescheid wissen. Auf jeden Fall sollten sie den Umgang mit niedrigen Blutzuckerwerten mit Ihrem Arzt besprechen.
Diabetes – wie geht es weiter? Die Perspektiven sind gut
Eines ist klar: Wenn Blutzuckerwerte und Blutdruck im normalen Bereich gehalten werden, kann man gut und lange mit Diabetes leben. Durch eine gute Stoffwechseleinstellung können die Auswirkungen des hohen Blutzuckers auf die großen und kleinen Blutgefäße und auf die Nerven aufgehalten werden. Damit schützen sie Herz, Nieren, Augen und Bein vor diabetesbedingten Komplikationen. Deshalb sollten Sie im eigenen Interesse die 1/4-jährlichen und jährlichen Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen, die im Diabetes-Pass vermerkt werden.
Bluthochdruck
Die Folgeerkrankungen eines erhöhten Blutdrucks treten auch bei Diabetes auf. Ist man nun Diabetiker und hat gleichzeitig einen zu hohen Blutdruck, erhöht sich das Risiko, Folgekrankheiten zu bekommen. Umso wichtiger sind normale Blutdruckwerte. Ihre Blutdruckwerte sollten nicht höher als 140/85 liegen. Werden diese Werte nicht erreicht, muss der Hochdruck behandelt werden. Neben nicht medikamentösen Maßnahmen steht hierzu eine breite Palette blutdrucksenkender Therapeutika zu Verfügung. Ihr Arzt wird für Sie ein bewährtes Präparat auswählen. Blutdruckmedikamente müssen kontinuierlich eingenommen werden. eine Dosisänderung sollt nur in Absprache mit dem Arzt erfolgen. Fragen Sie Ihren Arzt, ob für Sie die Anschaffung eines Blutdruckmessgerätes zu erwägen ist. Er wird Sie sachkundig bei der Anschaffung beraten und Ihnen das Blutdruckmessen gerne erklären.
Gesunde Ernährung ist für alle Menschen gleich
Die Ernährungsempfehlungen für Diabetiker haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Was gesunde Ernährung anbelangt, kann der Diabetiker getrost all das genießen, was auch dem Nichtdiabetiker schmeckt. Die Unsicherheiten über den Umgang mit der Ernährung, die viele Diabetiker und deren Angehörige plagen, sind unnötig. Heute gibt es kein Verbote mehr, wie z. B. das von Süßigkeiten, Alkohol oder Restaurantbesuchen. Im Gegenteil: Essen in Geselligkeit schmeckt besonders gut, und Restaurantbesuche sind ein wohltuender Genuss wie für jeden anderen auch! Prinzipiell gelten mittlerweile für Diabetiker und Nichtdiabetiker die gleichen Ernährungsempfehlungen. Grundlage gesunder Ernährung ist eine ausgewogene Mischkost, die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung für uns alle empfohlen wird. Sie setzt sich zusammen aus 50 bis 55 % Kohlenhydraten, 15 – 20 % Eiweiß und 30 – 35 % Fett. Neben den drei Hautnährstoffen: Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten, enthält unsere Nahrung Wasser, Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Ballaststoffe. Im Rahmen einer strukturierten Schulung lernen Sie, welche Lebensmittel Kohlenhydrate enthalten, wie sich diese Kohlenhydrate auf den Blutzuckerspiegel auswirken und wie sie berechnet werden. Dies gilt besonders für die Diabetiker, die Insulin spritzen. Berechnet werden: Getreide und Getreideprodukte, Kartoffeln, Nudeln, Reis, Gries, Haferflocken, Mais, Getreideprodukte. Milch und Milchprodukte – außer Käse und Quark. Obst und Obstsäfte. Zucker und zuckerhaltige Lebensmittel (Süßigkeiten, Konfekt, Kuchen). Gemüse (außer Mais und Erbsen), Salate und Pilze enthalten zwar auch Kohlenhydrate, haben aber kaum blutzuckersteigernde Wirkung. Sie müssen deshalb im Rahmen des Ernährungsplanes nicht berücksichtigt werden. Die Hälfte unserer Ernährung sollte aus Kohlenhydraten bestehen. Sie liefern pro Gramm 4 Kalorien und werden im Dünndarm zu einzelnen Traubenzucker-Bausteinen (Glukose) aufgespalten. Für die Berechnung der Kohlenhydrate gibt es eine Hilfsgröße: 1 Brot-Einheit (BE, KH, KHE) bedeutet immer: 10-12 g Kohlenhydrate. BE-Austauschtabellen erleichtern die Wahl der richtigen BE-Mengen. Z. B. enthalten 80 g gekochte Kartoffeln ! BE oder 50 g gekochte Nudeln 1 BE. In den Austauschtabellen ist immer die einer BE entsprechende Menge angegeben (in Gramm oder Abbildungen). Fett ist in Butter, Margarine, Bratfett und Ölen, fetter Wurst, fettem Fleisch, fettem Fisch, Käse, Nüssen und Schokolade enthalten. Fettreichen Lebensmittel liefern sehr viele Kalorien (9 Kalorien pro Gramm). Aber eine kalorienreduzierte Ernährung ist ausschließlich für Übergewichtige sinnvoll. Patienten mit normalem Körpergewicht brauchen keine Kalorienbegrenzung. Patienten mit Gewichtsproblemen können auf Wunsch Hinweise zur Gewichtsreduktion von ihrem Arzt oder Diabetes-Team erhalten. Eiweißhaltige Lebensmittel sind: mageres Fleisch, magerer Fisch, Quark, Geflügel, Wild, Eiklar, Milch und Milchprodukte, magerer Käse, Sojaprodukte (Tofu). Eiweiß ist unentbehrlich für den Aufbau der Körperzellen. Pro Gramm liefert es 4 Kalorien. Zu den Süßungsmitteln zählt Zucker mit 4 Kalorien pro Gramm. Er sollte nur bei Unterzuckerungen isoliert gegessen werden, sonst in Verbindung mit Eiweiß und/oder Fett, was den Blutzuckeranstieg verlangsamt. Zuckeraustauschstoffe sind: Sorbit, Fruchtzucker, Xylit, Mannit. Auch sie liefern 4 Kalorien pro Gramm und bieten dem Insulin spritzenden Diabetiker keinerlei Vorteile. Isomalt enthält nur 2 Kalorien por Gramm. Süßstoffen wie Cyclamat, Saccharin, Aspartam, Acesulfam K, Thaumatin und Neohesperidin sind kalorienfrei und haben keinen Einfluss auf den Blutzucker. Sie sind geeignet zum Süßen von Getränken, Obstsalaten und Desserts. In normalen Mengen verzehrt, sind sie nicht gesundheitsschädlich. Sinnvolle Diätprodukte sind Süßstoffe für Kaffee oder Tee, Limonaden mit Süßstoff (z. B. Cola light), Milchprodukte mit Süßstoff (Diätjoghurt). Der Konsum von Alkohol ist nicht generell verboten. Dabei sollte aber beachtet werden, dass die Wirkung von Alkohol auf den Blutzucker von Person zu Person unterschiedlich sein kann. 1-2 Gläser zum Essen erhöhen das Unterzuckerungsrisiko nur geringfügig. Obwohl einige Alkoholsorten Kohlenhydrate enthalten, wird niemals Insulin für Alkohol gespritzt. Wird Alkohol in größeren Mengen getrunken, kann es zu Unterzuckerungen kommen, weil Alkohol die Zuckerfreisetzung aus der Leber hemmt. Daher ein Tipp: Wenn mehr Alkohol getrunken wird, immer zusätzliche BEs essen (Brot, Salzstangen oder Kräcker). Vor dem Schlafengehen den Blutzucker testen und bei Werten unter 150 mg/dl (8,3 mmol/l) noch 2 langsam wirkende BEs (Brot mit Belag oder Schokolade) essen. Hinweis: Durch Fortschritte in der modernen Insulintherapie sind Zwischenmahlzeiten nicht mehr unbedingt erforderlich. Das Risiko von Unterzuckerungen kann durch eine solche Therapie gesenkt werden. Also lassen Sie sich’s schmecken – guten Appetit!
Volle Leistung
Jeder Form des Diabetes liegt ein mehr oder weniger ausgeprägter Insulinmangel zugrunde. Daher ist Scham keineswegs angebracht. aus dem Diabetes sollte kein Geheimnis gemacht werden. Sich offen und selbstbewusst zu seiner Stoffwechselstörung zu bekennen, beugt Missverständnissen vor, schafft Respekt und erzeugt Vertrauen. Im Übrigen schränkt Diabetes bei einer guten Behandlung die Leistungsfähigkeit nicht ein. Das Leben geht weiter – auch mit Diabetes. Die meisten neu entdeckten Diabetiker stehen mitten im Leben, werden von Familie und Beruf gebraucht und können alle Anforderungen, die an sie gestellt werden, ohne weiteres erfüllen. Die Karriere kann ebenso ambitioniert verfolgt, das Privatleben genauso intensiv genossen werden wie bisher. Fast alle Berufe können ohne Probleme weiter ausgeübt werden. Nur Berufe mit Überwachungsfunktion (z. B. Fluglotse), mit Absturzgefahr, mit Personenbeförderung sowie Waffengebrauch sind davon ausgenommen. Diabetiker können weiterhin Sport treiben und ihren Hobbys nachgehen. Bewegung ist sogar ausgesprochen gesund, stärkt das Selbstbewusstsein und fördert den Kontakt zu anderen. Denn heute kann die Insulintherapie auf Ihre individuellen Bedürfnisse angepasst werden. Dank der Blutzuckerselbstkontrolle können Sie Blutzuckerschwankungen erkennen und jederzeit auf sie reagieren. Die zur Verfügung stehenden innovativen Therapien richten sich nach dem Patienten, und nicht umgekehrt.

Sich regen bringt Segen

Wer rastet, rostet! Bleiben Sie daher in Bewegung. Ihre persönliche Leistungsfähigkeit kann so erhalten und sogar gesteigert werden. Sport ist gesund, fördert das Selbstvertrauen und stellt den Kontakt zu anderen Menschen her. Sport ist für alle Diabetiker geeignet, die keine zusätzlichen Krankheiten haben. Für Menschen, die z. B. bereits einen Herzinfarkt erlitten haben, gibt es Sportgruppen unter fachlicher Aufsicht. Hierzu kann der Stadtsportbund Auskunft geben. Auf sportliche Gemeinschaft und körperlicher Betätigung sollte niemand verzichten. Sogar selten ausgeübte Sportarten – wie Tauchen – sind mit Diabetes möglich. Es gibt einige Leistungssportler, die selbst Diabetes  haben und und deutlich beweisen, dass man mit Diabetes völlig fit sein kann. Wie Uli Viefers, der im Rudern mit dem Deutschland-Achter die Silbermedaille bei den Olympischen Sommerspielen gewann. Diabetiker als Medaillengewinner kommen öfter vor, als man denkt. Wenn Sie Insulin spritzen, sollten Sie wissen, dass jede körperliche Aktivität bestimmte Reaktionen hervorruft. Ihrem Körper ist es egal, ob sie Sport treiben oder den Keller entrümpeln, bei außergewöhnlicher Bewegung benötigt er mehr Energie (Glukose). Vor körperlicher Betätigung sollten Sie daher zusätzlich 1-2 BEs zu sich nehmen. Weil Ihre Zellen beim Sport sensibler für Glukose sind, sollte Insulin um etwa 30-50 % verringert werden, wenn die geplante Aktivität länger als vier Stunden andauert. Auch nach der Bewegung kann der Blutzucker weiter absinken. Selbst wenn Sie etwas essen, bleibt der Zucker nicht im Blut Der Körper füllt zuerst seine Zuckerspeicher in Leber und Muskeln wieder auf. Deshalb ist es ratsam, dass Sie nach Ausdauersport (z. B. einer Radtour) auch Insulin auch am Abend verringern (30-50 %) und nur wenig Alkohol trinken. Besprechen Sie die Auswirkungen von Sport bzw. körperlicher Anstrengung auf die Insulindosierung sowie die Ernährung am besten mit Ihrem Arzt.
Mobil sein, flexibel sein
Diabetes und Autofahren vertragen sich gut. Voraussetzung ist natürlich der Besitz eines Führerscheins. Diabetiker, die vor Beginn ihrer Erkrankung schon ihren Führerschein gemacht haben, müssen das Straßenverkehrsamt nicht über ihre Zuckerkrankheit informieren. Möchten Sie einen Führerschein erst neu erwerben und haben Sie bereits Diabetes, ist es wichtig, dies bei der Anmeldung in der Fahrschule zu sagen. Darauf sollten Sie beim Autofahren achten:
• Blutzuckertest vor Fahrtantritt – BZ mindestens 120 mg/dl (6,6 mmol/l).
• Im Auto müssen schnell wirkende BEs (Cola, Traubenzucker oder Saft) gut erreichbar sein.
• Bei dem ersten Anzeichen einer Unterzuckerung sofort anhalten und mindestens 2 schnelle BEs essen.
• Bitte erst weiterfahren, wenn die Unterzuckerung vollständig behoben ist und Sie sich wieder wohl fühlen.
• Bei längeren Fahrten sollten Sie alle zwei Stunden eine Pause machen, Ihren Blutzucker testen und ggf. etwas essen.
Durch Unterzuckerungen beim Autofahren gefährden Sie sich und andere. Wenn Sie einen Autounfall in Folge einer Unterzuckerung verursachen, müssen Sie mit dem Entzug Ihres Führerscheins rechnen. Deshalb auch nie den Diabetes als Ausrede für Verkehrwidrigkeiten anführen!
Die schönste Zeit des Jahres
Diabetes ist  kein Grund, auf Reisen in ferne Länder zu verzichten und zu Hause zu bleiben. Reisen macht Spaß, bildet, trägt wohltuend zur Entspannung und Erholung bei. Damit Ihre Urlaubsreise rundum gelingt, sollten Sie einige Punkte berücksichtigen. Bitte daran denken:
• Ausreichend Insulin – etwa das Doppelte der benötigten Menge – mitnehmen: Hauptvorrat ins Handgepäck, ggf. weitere     Sicherheitsreserve in den Koffer (für den Fall, dass ein Gepäckstück abhanden kommt oder das Insulin im Koffer bei einer Flugreise einfriert).
• Insulin muss vor Sonne, Hitze und Frost geschützt werden.
• Geht Insulin im Ausland verloren oder verdirbt es, können Sie versuchen, bei einem Arzt oder in einem Krankenhaus qualifizierten Ersatz zu beschaffen. Handelsnamen und Herstellerfirma Ihres bevorzugten Präparates aufschreiben. Im Notfall hilft auch die deutsche Botschaft.